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Was die Märkte beschäftigt: Handels-Blues

Experten-Ausblick

Hans-Jörg Naumer, Director Global Capital Markets & Thematic Research bei Allianz Global Investors, in seiner wöchentlichen Kolumne über die aktuellen Märkte.

Bei unserem proprietären globalen „Macro Breadth Index“ kam es zwischenzeitlich zum 16. Rückgang innerhalb der vergangenen 18 Monate. Stabile bis leicht bessere Daten in den USA und Europa wurden durch die Schwäche in Japan und den Schwellenländern – nicht zuletzt China – mehr als überkompensiert. Die Inflationsdaten waren in der Breite ebenfalls rückläufig. Gut nur: Trotz eines weiter nachlassenden Konjunkturmomentums und erhöhter mittelfristiger Abwärtsrisiken deuten die hochfrequenten Makroindikatoren aktuell weiterhin auf eine nur geringe Wahrscheinlichkeit einer zeitnahen Rezession hin. Die jüngste Eskalation im US-Chinesischen Handelskonflikt erhöht aber ohne Zweifel die Verwundbarkeit der globalen Konjunktur. Damit hängt der Konjunkturpfad weiter zu allererst an der Geopolitik, während die Geldpolitik (siehe den jüngsten Schritt der Federal Reserve) nur hinterher arbeitet. Antizipativ zwar, aber reaktiv auf die politische Großwetterlage.

Der Handels-Blues überlagert die Stimmung, von einer generellen Kapitulation kann noch nicht gesprochen werden. Der Anteil der „Bullen“ unter den US-amerikanischen Investoren ist immer noch vergleichsweise hoch. Die Risikozuschläge an den Anleihenmärkten („Spreads“) sind niedrig und fest. Die üppige, nach Rendite suchende Liquidität scheint alles zu überlagern. Sie trägt auch den Goldpreis, sonst ein Krisenindikator, und hält die Anleiherenditen niedrig. Mittlerweile ist auch die 30-jährige deutsche Staatsanleihe – sie ist die Benchmark im Euroraum – ins negative Terrain abgerutscht.

Ein Paradies für Schuldner, eine Hölle für Gläubiger. Allerdings zeigt die technische Tiefenbohrung, dass unruhige Zeiten ins Haus stehen dürften. Der amerikanische Aktienmarkt hat zwar seit Ende Juni neue, wenn auch marginale Allzeithochs erzielt. Der Markt wurde jedoch überwiegend von „systematischen“ Geldern (Hedgefonds, CTA‘s) getrieben. Dies hat sich zuletzt in hohen Shortpositionierungen auf die Volatilität bei Aktien ausgewirkt. Nach den jüngsten Notenbank-Entscheidungen und der erneuten Eskalation im Handelsstreit mit China sollten die aufgebauten Risikopositionen erneut auf den Prüfstand gestellt werden. Mit dem Unterschreiten der Marke von 2.950-Indexpunkten beim S&P500 sollte der Boden nun deutlich brüchiger sein.

Der Handels-Blues ist noch nicht zu Ende gespielt. Lassen Sie Vorsicht walten.

Statement von: Hans-Jörg Naumer, Director Global Capital Markets & Thematic Research, Allianz Global Investors

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